Was der Highway 1 in Kalifornien, das ist der US Highway 1 im Osten der Vereinigten Staaten. Er verläuft nicht durch einen einzigen Staat, sondern erstreckt sich über 3846km von der kanadischen Grenze bis in die Florida Keys. Fährt man die Strecke komplett durch, so bereist man 14 der 50 US-Bundesstaaten. Mit New York City, Boston, Washington D.C und Miami liegen einige der größten und wichtigsten Städte des Landes auf dem Weg. Man startet in den einsamen Wäldern von Maine, badet an den Stränden des Atlantiks, wandert in den Appalachen, besucht Museen von Weltrang in der Hauptstadt, passiert die Plantagen von Georgia und wird in Walt Disney World wieder zum Kind. Aus 31 Stunden reiner Fahrtzeit werden so schnell drei Wochen. Und die sollte man sich auch gönnen auf dieser Fahrt durch die amerikanische Geschichte entlang der Atlantikküste.
Die lange Reise beginnt im hohen Norden des Bundesstaates Maine direkt an der kanadischen Grenze in Fort Kent. Hier beginnt der Highway 1 und führt zunächst entlang der Grenze zur kanadischen Grenze New Brunswick bis an die Atlantikküste. Auf der Fahrt passiert man unzählige geschützte Wälder, kleinere Indianerreservate und viele Seen und Flüsse, die sich hervorragend zum Angeln anbieten. Menschen trifft man hier im hohen Norden eher selten. Da hat man schon eher die Möglichkeit Elche in freier Wildbahn in einem der Schutzgebiete zu sehen. Kleine Fischerdörfer reihen sich wie eine Perlenschnur aneinander nachdem der Highway 1 bei Perry auf den Atlantik trifft. Es folgen unzählige kleine und größere Inseln, von denen einige durchaus einen Abstecher wert sind. In besonderer Weise gilt dies vom Acadia National Park. 190qkm wilde ungezähmte Natur erwarten den Besucher in diesem beliebten Park. Für den Reisenden auf dem Highway 1 lohnt sich hier ein erster längerer Aufenthalt.
Ab Portland in Maine verläuft der Highway 1 parallel zum Interstate Highway 95 bis nach Salem. Nach einem Besuch des dortigen Hexen-Museums geht es in das nahegelegene Boston. Die sicherlich europäischste Großstadt der Vereinigten Staaten erwartet den Besucher mit ganz viel Geschichte. Folgen Sie einfach der roten Linie durch die Stadt und lassen Sie sich von Architektur und Kultur begeistern. Im Sommer ein Spiel der Boston Red Sox im geschichtsträchtigen Fenway Park oder im Winter im nicht minder historischen Boston Garden bei den Boston Bruins, die Stadt bietet immer großen Sport. Auch wenn der Highway 1 nicht direkt dort verläuft, so lohnt sich doch ein Abstecher nach Cape Cod. Gerade im Sommer findet man dort einige der schönsten Strände der Neuengland-Staaten.
Der Highway 1 verläuft weiter neben oder direkt als Interstate Highway 95 nach Südwesten. Es geht direkt vorbei am Gillette Stadium, der Heimat der New England Patriots aus der National Football League ehe man mit Providence die Hauptstadt des Bundesstaates Rhode Island erreicht. Nur wenige Meilen von der Küste entfernt fährt man durch zahlreiche schöne Fischerdörfer und Urlaubsort. Einige der schönsten und einsamsten Strände liegen zwischen Rhode Island und New York City.
In der Bronx wird der Highway 1 wieder zum Interstate Highway 95, überquert den Hudson River und lässt Manhattan somit links liegen. Den Big Apple nicht zu besuchen, wäre natürlich ein großer Fehler. Obwohl es einfachere Zielgebiete für Mietwagenfahrer gibt. Der Verkehr ist jeden Tag mörderisch und die Parkplatzsituation ist zum einen sehr schwierig und zum anderen sehr teuer. Man parkt seinen Wagen also am besten an der Unterkunft irgendwo im New Yorker Subburb Bronx und nutzt die U-Bahn für die Fahrt zu den Attraktionen Manhattans. Empire State Building, Central Park, Rockefeller Center, Times Square, Broadway, Freiheitsstatue, Wall Street und so viele weiter Höhepunkte sind in New York City zu besichtigen, dass man locker mehrere Wochen hier verbringen könnte. Drei volle tage sollte man sich auf der Reise aber auf jeden Fall in New York gönnen, um einen guten Eindruck von der Stadt, die niemals schläft, zu bekommen.
In der Nähe von Woodbridge spuckt der I-95 den Highway 1 wieder aus. Dieser führt teilweise schnurgerade durch ganz New Jersey bis in dessen Hauptstadt Trenton. Viele Sehenswürdigkeiten gibt es dort nicht. Aber das State Capital sollte man sich schon anschauen. 40 Meilen am Delaware River entlang fährt man bis nach Philadelphia. Die größte Stadt des Staates Pennsylvania lockt den Besucher mit viel Geschichte. Besonders im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg spielte Philadelphia eine bedeutende Rolle. Die Independence Hall, die Freiheitsglocke und das Museum of American Revolution sind nur drei von vielen Sehenswürdigkeiten in dieser äußerst sehenswerten Stadt am Delaware River.
Um den Staat Delaware herum führt die Strecke nun durch den grünen Norden Marylands bis in die Hafenstadt Baltimore. Fort Henry, die USS Constellation und das beeindruckende National Aquarium sind nur drei von zahlreichen Attraktionen, die man besucht haben sollte.
90 Minuten sind es nun nur noch bis in die US-Hauptstadt Washington D.C.. Der Besuch des Weißen Hauses, des State Capitols, der gewaltigen Mall mit ihren unzähligen Denkmälern und dem Washington Monument gehört zum Pflichtprogramm eines Besuches. Auch wenn Washington mit rund 800 000 Einwohner bei weitem nicht die größte Stadt der USA ist, so ist es doch eine der schönsten und beeindruckendsten Städte des Landes. Vor allem die Museen der Stadt haben Weltruf. Die Smithsonian Museen und auch der Zoologische Garten gehören zu den besten Ihrer Art auf der Welt. Will man dann noch den Nationalfriedhof in Arlington besichtigen oder einen Drink im trendigen Viertel Georgetown nehmen, dann sollte man auch hier gut drei Tage einplanen.
Südlich von Washington D.C. durchquert der Highway 1 parallel zum I-95 ganz Maryland. Während man die größten Städte nun hinter sich gelassen hat, so wird es nun wieder landschaftlich reizvoller. Saftig grüne Hügel und viele Wälder zeugen davon, daß man in den heißeren Süden der Vereinigten Staaten vordringt. Bei Virginias Hauptstadt Richmond wird der Highway 1 zum Highway 301. Abstecher zur Chesapeake Bay sind lohnend, wenn man auf der langen Reise einmal einen Tag am Strand entspannen und dabei die köstlichen Hummer der Region kosten möchte.
North Carolina und South Carolina durchquert man ziemlich weit im Landesinneren. Da lohnt es sich einmal den Highway 1, oder wie er hier heißt, I-95, zu verlassen und an die Küste zu fahren. Wilmington, Myrtle Beach, Charleston und vor allem Savannah sind hinreißende Städte mit herrlichem Südstaaten-Charme. Antebellum-Architektur, gepflegte Parks, große Plantagen und um die Stadt herum viele Sümpfe prägen in dieser Gegend in South Carolina und Georgia das Bild.
Es wird wärmer und schwüler je weiter südlich man fährt. In Jacksonville hat man dann mit Florida den 14. und letzten Staat auf dieser Reise erreicht. Für viele beginnt hier das Abenteuer erst. Die geschichtlich interessante Stadt St. Augustine, die Geschichte der Raumfahrt in Cape Canaveral, meilenlange Strände wie Daytona Beach und die Kanäle von Fort Lauderdale liegen alle an US Highway 1. Familien mit Kindern und Freunde von Freizeitparks sollten einen Abstecher ins Landesinnere in Erwägung ziehen, Dort liegt mit Orlando die Welthauptstadt der Unterhaltung. Die vier Parks von Walt Disney World, die Universal Studios Florida, Sea World Florida und viele kleinere Parks locken die Gäste mit oft spektakulären Fahrgeschäften und phantasievollen Themenwelten. Auch wenn die Eintrittspreise enorm hoch sind, sollte man sich doch zumindest den EPCOT Center von Disney, die Universal Studios und Sea World nicht entgehen lassen.
Miami ist die letzte Großstadt am US Highway 1. Über 6 Millionen Menschen leben inzwischen in der südlichsten Metropole des Landes. In der kosmopolitischen Stadt sind es weniger große Touristenattraktionen, als vielmehr die bunte Atmosphäre weswegen man nach Miami kommt. Der vor allem kubanische Einfluss spiegelt sich in den Cafes und Zigarrengeschäften entlang der Calle Ocho in Little Havana wider. Auf Barriereinseln im türkisblauen Wasser der Biscayne Bay liegt Miami Beach mit seinem Sandstrand South Beach. Dieser angesagte Ort ist für die farbenfrohen Art-Deco-Gebäude, schneeweißen Sand, sehr gute Strandhotels und trendige Nachtclubs bekannt. Nach einer Fahrt von über 2000 Meilen auf Highway 1 bieten sich ein paar Tage Erholung am Strand an. Entspannen Sie am South Beach, trinken Sie eine Pina Colada in einer der Open Air Bars am Ocean Drive, oder machen Sie einen Ausflug in den nahegelegenen Everglades National Park. Die dortigen Sümpfe werden von Alligatoren und Schlangen belebt, die man auf verschiedenen Wanderwegen aus nächster Nähe bewundern kann.
Die letzten 160km des US Highway 1 sind landschaftlich sicherlich die Schönsten. Highway 1 wird ab Homestead auch Overseas Highway genannt. Er verbindet 40 der über 200 Inseln der Florida Keys miteinander. So geht es auf einer spektakulären Fahrt über 42 Brücken bis nach Key West, wobei die Seven Mile Bridge mit 11 Kilometern die längste Brücke ist. Key West ist der Endpunkt des US Highway 1 und zugleich der südlichste Punkt der Vereinigten Staaten. Von hier sind es nur noch 90 Meilen bis nach Kuba und die Karibik liegt quasi vor der Haustür. Schnorcheln Sie zum Abschluss der Reise an einem der zahlreichen Korallenriffe vor den Inseln und schlendern Sie durch die Gassen mit pastellfarbenen Häusern im Conch-Stil. Noch ein Drink in der Lieblingsbar des Schriftstellers Ernest Hemmingway oder einen Lime Pie in einem der Cafes am Mallory Square, dann endet die traumhafte Reise entlang des US Highway 1 mit einem der schönsten Sonnenuntergänge der Welt.
Planen Sie eine Reise auf dem US Highway 1, sind drei Wochen die mindestens zu beanschlagende Zeit. Je länger man Zeit hat, desto besser sind die Eindrücke dieser einmaligen Fahrt von der kanadischen Grenze bis an die Florida Keys.
Gerne helfe ich bei der Planung und Buchung einer Fahrt auf einer der schönsten Strassen der Welt.

Jürgen (Sonntag, 19 Juni 2022 14:08)
Hallo Olli.
Wusste nicht, dass Du Amerika, mein liebstes Urlaubsland inklusive Hawaii so gut kennst.
Da müssen wir mal bei einem Bier drüber sprechen.
Liebe Grüße
Jürgen
Omamama (Sonntag, 14 November 2021 18:35)
Da kann ich nur zustimmen, da ich dieses Durcheinander am eigenen Leib erfahren musste.