Das neue Madeira

Fast genau 4 Jahre nach meinem letzten Aufenthalt auf der portugiesischen Atlantikinsel Madeira hatte ich im September endlich wieder eine Reise dorthin geplant. Die Freude war riesig, als die Maschine der Discover Air in Frankfurt abhob und planmäßig auf Madeira bei nur leichtem Wind landen konnte. Endlich sollten wir wieder an Levadas entlang laufen können, in Funchal durch die blühenden Gärten schlendern und die gute Küche der Insel genießen. Im Laufe der nächsten 9 Tage waren wir wie immer von Madeira begeistert. Die Insel hatte in den letzten Jahren nichts von ihrem Reiz verloren. Funchal ist für mich noch immer ein Juwel im Atlantik mit ihrer bunten Markthalle, den steilen Hängen oberhalb der Altstadt, dem alten Reids Palace Hotel und den Korbschlitten, die noch immer in rasendem Tempo von Monte Richtung Funchal gelenkt werden. 

Doch auf der Insel hat sich in den wenigen Jahren meiner Abwesenheit auch viel verändert. So wurden im Westen der Stadt entlang der Estrada Monumental einige hochmoderne Bauobjekte begonnen und teilweise sogar bereits fertiggestellt. Das Dubai Projekt gegenüber des Hotels Golden Residence ist nur eine von vielen fragwürdigen Bausünden. Die Gebäude sind groß, modern und passen überhaupt nicht in das Stadtbild von Funchal. Gut, daß in der Innenstadt und der Altstadt nur ein paar Straßen neu asphaltiert wurden. Die malerischen engen Gassen mit ihren zahlreichen Restaurants laden noch immer zum Bummeln ein. Das Eiscafe am Hafen verkauft noch immer das beste Eis der Insel. Der grüne Garten an der Avenida Arriaga ist noch immer das Herz der Stadt und gegenüber im Cafe Ritz sitzt man noch immer an heißen Tagen bei Cafe und Pastel de Nata im Schatten der Bäume.

Was auf der Insel deutlich festzustellen ist, ist die Tatsache, dass Madeira in den letzten Jahren unheimlich beliebt geworden ist. Der deutliche Anstieg an Gästezahlen ist einerseits natürlich schön für die vom Tourismus lebenden Einwohner. Andererseits kommt Madeira an seine Grenzen. Das beginnt bei völlig überfüllten Parkplätzen und endet bei Wanderwegen, auf denen man vor Menschen kaum noch laufen kann. Das wiederum hatte die Folge, dass sowohl die Parkplätze an den Startpunkten von Wanderwegen, als auch die Wanderwege selbst nun gebührenpflichtig sind. Viele Restaurants sollte man ohne Reservierung überhaupt nicht mehr besuchen, und das, obwohl auch hier die Preise überall in die Höhe geschnellt sind. Das gilt auch für die Hotelpreise. Wo man früher noch günstig Urlaub machen konnte, muss man heute wesentlich tiefer in die Kasse reifen. Und selbst dann muss man Glück haben, in besonders beliebten Hotels überhaupt ein Zimmer zu bekommen. 

Das Leben auf Madeira hat sich zweifellos geändert, doch mir gefiel die Insel noch immer ausgezeichnet. Wenn man sich auskennt, findet man noch immer einige wenige ruhige Flecken zum Wandern oder Baden. Läuft man nicht die Levadas bei Rabacal oder Ribeiro Frio, sondern etwas abgelegenere Wanderwege, kann man den grünen Nebelwald noch immer genießen. Auch wenn das ein oder andere von mir sehr geschätzte Restaurant nicht mehr existiert, so kann man doch noch immer ein schmackhaftes Bolo de Caco Knoblauchbrot, einen frisch vor Camara do Lobos gefangenen Espada Fisch oder einen Espetada Fleischspieß verkosten. 

Es gibt also noch immer viele gute Gründe, Madeira zu besuchen. 

Vielleicht kommen Sie mit mir auf meine Lieblingsinsel wenn wir vom Rominger Reisebüro Singen erstmals eine Gruppenreise dorthin organisieren. Vom 17.-24.9.2026 fliegen wir ab Zürich nach Funchal und wohnen im Madeira Panoramico Hotel hoch über der Stadt mit grandiosem Blick über die Bucht. 3 Ausflüge sind bereits inkludiert. Die restlichen Tage sind frei verfügbar oder mit optionalen Ausflügen zu füllen. Ich begleite die Gruppe und freue mich schon jetzt sehr darauf.